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Adaptec 2610SA

Adaptec 2610SA
Zugegeben, der Adaptec ist nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit mit seinem S-ATA 1 Interface und dem 64-bit PCI, welches aber auch in 32-Bit-Slots verwendbar ist.

Gerade deswegen dürfte er aber für die Bastler interessant sein, der Controller ist bei eBay schon ab 100 Euro zu haben, wen man den Versand aus USA nicht scheut, teilweise sogar billiger. Dafür erhält man einen 6-Port-Raid-Controller, der einen Onboard-IO-Chip und 64 MB Cache hat. Damit läßt sich ein RAID 5 in Hardware aufbauen, wofür normalerweise Raidcontroller ab 300 Euro benötigt werden.

Doch ist der Adaptec sein Geld wert, oder sollte man für RAID 5 doch lieber etwas mehr investieren?

Die Hardware

Wie schon erwähnt kommt der Adaptec mit folgender Ausstattung:

  • PCI-X 64 bit abwärtskompatibel zu 32bit-PCI-Slots
  • 64MB Cache onboard (nicht erweiterbar)
  • eigener I/O Prozessor
  • 6 S-ATA Ports
  • Raid Level 0/1/5/10 JBOD
Diesen Controller gibt es von Adaptec nur als OEM-Version und er wurde von DELL und HP verbaut. Direkt auf der Adaptec Seite gibt es also weder Treiber noch Software.
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Das Setup

Der Einbau dürfte jedem klar sein, wichtig ist nur, daß falls der Controller in einem 32-bit-PCI-Slot verbaut wird, Luft nach hinten besteht. Es sollten also keine Bauteile im Weg sein, die eventuell mit den überstehenden Anschlüssen in Berührung kommen.

Für eine bessere Zuordnung der Festplatten empfiehlt es sich die Kabel entsprechend der Portnummern durchzunummerieren, falls eine Platte ausfällt kann diese so schneller lokalisiert werden.

Ist der Controller eingebaut, wird beim nächsten Bootvorgang das Bios initialisiert und man kann im Setup des Controllers den Raidverbund anlegen. Das Raid ist sofort nutzbar, auch während es noch initialisiert wird, kann man bereits Formatieren und das Betriebssystem aufspielen. Dazu empfiehlt es sich den Treiber direkt in die CD zu integrieren (Slipstream), damit man nicht mit Treiberdisketten hantieren muß.

Die Installation von Windows 2000 auf dem Raidverbund verlief reibungslos, Probleme scheint der Controller wohl mit einigen Linux-Distributionen zu haben.

Im Betrieb

Der Raidcontroller arbeitet bei mir nun schon mehr als 6 Monate fehlerfrei mit 3x 320GB Western Digital Raid Edition Festplatten.

Die Performance kommt sicher nicht an einen höherpreisigen Raidcontroller heran, hier ist auch die PCI-Schnittstelle der limitierende Faktor, dazu kommt der relativ kleine Cache und der nicht allzu performante I/O-Chip. Er arbeitet aber in jedem Fall schneller als die meisten Software-Raid-Controller, speziell auf älteren Rechnern. Leider kann ich keinen Performancevergleich zu meiner alten Software-Raid5 Lösung mehr ziehen, subjektiv hat sich die Geschwindigkeit aber speziell beim Lesen extrem gesteigert.

Anbei noch einige Graphen von HD-Tach, die zwar beim Raid-Betrieb nicht allzu aussagekräftig sind, aber doch ein Bild vermitteln können.

Software

Wie schon erwähnt findet man auf der Seite von Adaptec keine Software für diesen Raidcontroller. Die Suche führt dann zu HP oder Dell, die beide Treiber und eine Storage Manager Software anbieten.

Die Manager Software ermöglicht die Neukonfiguration von Festplatten während des Windows-Betriebs und bietet Möglichkeiten zur Überprüfung des Raids. Bei Ausfall einer Festplatte wird man natürlich gewarnt, während des Rebuilds nach dem Ersetzen der defekten Platte kann man weiterarbeiten, allerdings mit deutlichem Performanceverlust.

Der Controller unterstützt zudem einen Hotspare, es kann also eine Festplatte als ständiger Ersatz mitlaufen, falls eine ausfällt. Zudem kann die Kapazität im Betrieb erweitert werden (Online capacity expansion), was ich aber mangels größerer Platten nicht ausprobieren konnte.

Fazit

hdtach
Wer für so wenig Geld einen ausgewachsenen und hochperformanten Raidcontroller erwartet ist beim Adaptec natürlich falsch, dafür bietet er solide Performance und Stabilität und ist wohl die günstigste Hardware-Raid-Lösung die man zur Zeit kaufen kann.

Wer ein Raid5 aufsetzen will kommt an Hardware-Raid nicht vorbei, speziell wenn davon Windows gebootet werden soll. Hierfür ist der Adaptec ideal geeignet, wenn man sich nicht in allzu große Unkosten stürzen möchte.

Die Suche nach den passenden Treibern gestaltet sich durch den OEM-Vertrieb etwas schwierig, wenn der Controller aber erst mal läuft hat man ein solides Arbeitstier.

Die einzigen Probleme scheinen wohl in Verbindung mit einigen Linux-Distributionen aufzutreten und im Readme wird noch ein Fehler beim Erweitern von Raid-Arrays mit mehr als 1TB Speicherplatz angesprochen.

Für den Hausgebrauch ist der Adaptec sicher allererste Wahl, schon allein aufgrund des günstigen Preises.


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