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HTC S710 Vox Smartphone

HTC S710
Auf den ersten Blick erscheint das Vox wie ein zu groß geratenes Barrenhandy, auf den zweiten offenbart sich die Tastatur und damit einer der großen Pluspunke dieses Geräts. Die übrige Ausstattung kann ebenfalls begeistern, so hat das Gerät unter anderem WLAN nach 802.11 b&g an Bord, Bluetooth fehlt ebenso wenig. Nur bei den Datendiensten muß sich das HTC der Konkurrenz geschlagen geben, UMTS oder gar HSDPA sucht man vergebens, es bleibt nur GPRS bzw. Edge um abseits von WLAN-Hotspots ins Internet zu kommen.

Formfaktor:

Wie schon erwähnt handelt es sich um ein Barrenhandy, die Abmessungen von 101x50x17mm sind noch hosentaschentauglich, durch den Slider wirkt das ganze aber teilweise etwas instabil. Der Tastaturslider ist realtiv leichtgängig und funktioniert halbautomatisch, nach der Hälfte des Weges springt einem die Tastatur automatisch entgegen, ebenso beim wieder einfahren.
Beim Ausfahren der Tastatur dreht sich das Display automatisch in den Landscape-Modus und erlaubt bequemes Tippen.
Bedienung:

Ich glaube wer wie ich noch kein Windows-Mobile gewöhnt ist, muß sich erst einmal mit dem Konzept anfreunden. Nach einer etwas längeren Gedenkpause beim Start begrüßt einen die PIN-Eingabe, danach ist die Bedienung halbwegs flüssig, an manchen Stellen scheint das Smartphone etwas schwach auf der Brust, insbesondere beim Laden von Anwendungen. Die Navigation über die 4-Wege-Wippe geht gut von der Hand, einige Anwendungen sind in der deutschen Übersetzung leider zur Unkenntlichkeit umbenannt worden. Auf meiner verzweifelten Suche nach dem Taskmanager bin ich irgendwann darauf gestoßen, daß es einmal den Menüpunkt Aufgaben und einmal Aufgabenmanager gibt. Hinter zweiterem verbarg sich der gesuchte Taskmanager.
Das ist wohl eine weitere Besonderheit von Windows Mobile, Anwendungen beenden sich nicht automatisch, sondern laufen solange im Hintergrund weiter, bis neu gestartet wird, oder sie per Taskmanager beendet werden. Einerseits beschleunigt das die weiteren Starts, andererseits läuft irgendwann der Speicher voll.

Eingaben über die Tastatur gehen nach einer Gewöhnungsphase gut von der Hand, das Layout ist im linken Bereich etwas gestaucht, dadurch vertippt man sich Anfangs gerne mal. Die Eingabe von Sonderzeichen über das SYM-Menü gefällt mir nicht so gut, vor allem da man für Umlaute in dieses Menü muß. Schnelles Tippen geht damit nur, wenn man Umlaute ersetzt so weit es geht.
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Anwendungen auf dem HTC S710

Auch hier heißt es an manchen Stellen umdenken: Email und SMS sind im Menüpunkt Messaging zusammengefaßt. Mitgeliefert werden zudem Pocket Word und Excel, sowie eine Adobe Reader Version. Soweit so gut, allerdings macht das Bearbeiten von Dokumenten auf dem Display nicht so viel Spaß, ein Notbehelf um schnell ein Dokument zu lesen ist es aber allemal. Neue Dokumente können nicht erstellt werden, für Notizen bleibt einem nur die Anwendung "Schnellanmerkungen" (englische Übersetzung läßt grüßen).

Für diejenigen mit einem Hotspot in der Nähe beziehungsweise einem großen GPRS Datenpaket ist der Pocket Internetexplorer und ein Live Messenger dabei. Die Seitendarstellung auf dem Bildschirm kann gefallen, anscheinend werden alle Internetseiten aber über einen Microsoft-Server heruntergerendert. Wie gesagt, die Darstellung kann überzeugen und für die schnelle Informationsbeschaffung zwischendurch reicht sie auf jeden Fall aus.
Messaging:

Hier offenbart sich leider eine Schwäche, ist der SMS Part noch gut brauchbar, muß der Emailpart hier leider gegenüber anderen Anwendungen deutlich zurückstecken. Ich verwende einen IMAP-Server um meine Emails immer greifbar zu haben. Die Unterstützung dafür ist zwar in Pocket-Outlook integriert, allerdings nicht komplett. Es ist nicht möglich den Ordner für gesendete Emails auf dem Server festzulegen, auch der Drafts-Ordner bleibt Standard und dadurch wird Pocket-Outlook für mich nicht nutzbar.
Auf der Suche nach Alternativen bin ich auf Flexmail gestoßen, daß nach Anlaufschwierigkeiten jetzt gut seine Dienste tut.
Connectivity:

Wie gesagt, WLAN ist an Bord, die Umsetzung auch durchaus gelungen. Über zwei Tastendrücke kann sowohl WLAN- als auch Bluetooth aktiviert und abgeschaltet werden, ebenso kann der Flugzeugmodus ausgewählt oder die GPRS-Verbindung gekappt werden. Dieses Tool nennt sich Comm-Manager und kann durchaus überzeugen.

Die Verbindung zu einem WLAN-Hotspot funktioniert tadellos, auch mit WEP und WPA-Verschlüsselung kommt das Gerät gut zurecht. Die Anmeldung über einen Kerberos-Server mit Zertifikat konnte ich bisher nicht zum Laufen kriegen.

Bluetooth läuft in Verbindung mit meiner Freisprecheinrichtung gut und hat auch beim Datentransfer von meinem alten Handy wertvolle Dienste geleistet.

Akku:

Hier bin ich nach wie vor positiv überrascht, mittlerweile hält der Akku fast eine Woche, bei doch häufigem Surfen/Mailen, ca 5 Min Telefonieren pro Tag und ausgiebiger Kalendernutzung. Nicht gerade das Profil eines Business-Users, aber auch hier sollte das Phone locker 2 Tage durchhalten.

Add-ons:

Auf einige Anwendungen möchte ich nicht mehr verzichten, dazu gehört das oben genannte Flexmail. Leider sind einige sinnvolle Tools noch nicht auf dem Vox lauffähig, da es auf der Windows-Mobile 6 Plattform basiert. Ich suche nach wie vor vergebens nach einem Bluetooth-Messenger der lauffähig ist. Aber mit der Zeit wird das Vox sicher mehr Softwareunterstützung anbieten.
In meinem Exemplar steckt zudem noch eine 2GB micro-SD-Karte von Sandisk, die absolut problemlos läuft und den doch etwas spärlichen Speicherplatz deutlich erweitert.

Fazit:

Alles in allem kann ich das Vox nur empfehlen, es bietet zwar noch viel Verbesserungsspielraum, vor allem im Bezug auf die Programme, ist aber ansonsten ein solides Smartphone, dessen Funktionsumfang wirklich überzeugt.
Wer sich fragt, wie man ohne Touchscreen zurechtkommt: Ich kann nur sagen: sehr gut. Denn erst dadurch wird so ein Phone in meinen Augen hosentaschentauglich. Das Vox wirkt wesentlich robuster als die verwandten Modelle mit Touchscreen und ist daher für mich vorzuziehen.


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