Was ist ein Chumby?

Chumby VerpackungDie Frage ist nicht so einfach zu beantworten, nachdem es ein vergleichbares Gerät bisher meines Wissens nach nicht gibt. Der Chumby ist im Prinzip ein kleiner Computer, der sich via WLAN-Verbindung Daten aus dem Internet holen und diese anzeigen kann. Zusätzlich fungiert er noch als Radiowecker, kann Internet-Radio-Stationen abspielen, MP3s von iPod oder USB-Stick wiedergeben und vieles mehr.

Der Chumby basiert auf einem open-source Linux-System und ist somit offen für sämtliche Hacks und Modifikationen die man sich vorstellen kann. Die kleinen Anwendungen die auf dem Chumby laufen (sogenannte Widgets) sind in Flash programmiert und die Anzahl der verfügbaren Widgets wächst von Tag zu Tag.

Die Schattenseite des Chumby: Bisher ist er nur in USA verfügbar, Europa ist zwar angekündigt, aber ein Termin steht noch nicht fest. Wer ohne Chumby nicht mehr leben kann, muß also entweder über Bekannte in den USA oder über Ebay seine Gadget-Gier befriedigen.

Chumby im Überblick

Der Chumby hat folgende technische Daten:
  • 3,5 Zoll LCD Touchscreen
  • zwei USB 2.0 Anschlüsse (beispielsweise für MP3-Player)
  • 350MHz ARM Prozessor
  • 64MB RAM
  • 64MB ROM
  • Stereo-Lautsprecher (2W) und Kopfhöreranschluß
  • Druck- und Bewegungssensor
  • Lederhülle
  • WLAN und Over-the-air Updates
Das ganze ist in einer Kombination aus Leder und Kunststoff verpackt und aktuell in 3 Farbkombinationen erhältlich.

Natürlich ist bei der US-Version auch ein Netzteil mit US-Steckern dabei, dieses kommt aber auch mit 220V zurecht, so daß nur ein Zwischenstecker benötigt wird.
Geliefert wird der Chumby in einem kleinen Sack mit Chumby-Logo, mal was anderes Winken. Hier einige Bilder, die einen Eindruck vom Chumby vermitteln:
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Chumby einrichten und aktivieren

Der Chumby ist ein reines Internet-Gerät und braucht daher eine Verbindung zum Chumby-Server. Das geschieht über WLAN, die Einrichtung ist dabei praktisch selbsterklärend. Nach einem kurzen Video mit Tutorial und Erklärungen sucht der Chumby bereits nach verfügbaren Netzwerken. Nach einem Klick auf das Netzwerk, Eingabe des Schlüssels und Auswahl zwischen DHCP und statischer IP ist der Chumby auch schon online.

Um nun die Funktionen nutzen zu können, benötigt man noch einen Account auf chumby.com, diesen kann man zwar nur mit USA als Landesangabe einrichten, aber nachdem keine anderen Adressdaten abgefragt und die Postleitzahl nicht verifiziert wird, ist das kein Problem. Ist der Account eingerichtet wird der Chumby aktiviert, dazu muß man anhand einer Matrix Punkte markieren und der Chumby sendet daraufhin seine Kennung an den Server. Diese bestätigt man und schon ist der Chumby mit dem Account verbunden.

Anschließend kann man anfangen, seinen Chumby individuell mit Anwendungen auszustatten und eigene Channels zu definieren, aber dazu gleich mehr.

Widgets und Channels

Die Anwendungen für den Chumby heißen Widgets und basieren wie bereits erwähnt auf Flash. Diese Widgets sind in Channels organisiert und rotieren im Normalfall auf dem Display des Chumby in einem bestimmten Intervall.

Beispielsweise kann man in einen Online-Channel seine aktuellen Ebay-Auktionen, die neuesten Emails und den Status seines Linux-Webservers zusammenfassen. Diese Informationen werden dann im Wechsel angezeigt. Möchte man Nachrichten sehen, wechselt man einfach auf den News-Channel.

Die Channels kann sich jeder Benutzer frei anlegen, ebenso sind die Widgets, die in einem Channel vorkommen frei einstellbar. Diese Zuordnung findet am PC im Account statt, die Auswahl des aktuellen Channels erfolgt direkt am Chumby.

Natürlich können Widgets auch fixiert werden und exklusiv angezeigt werden. Besonders bei Spielen ist das natürlich wichtig.

Bedienung des Chumby

Der Chumby wird vorrangig über den Touchscreen bedient, der Ein- und Ausschalter findet sich auf der Rückseite und an der Oberseite ist noch ein Drucksensor der ins Control-Panel führt.
Zusätzlich verfügt der Chumby über einen Bewegungs- / Neigungssensor, der für die Steuerung einiger Spiele verwendet wird, sowie für Effekte bei Widgets.

Der Touchscreen reagiert gut auf Eingaben und ist präzise steuerbar.

Chumby und Musik

Chumby mit iPodDie Bezeichnung "Linux-Radiowecker" ist zwar eher eine Beleidigung für den Chumby, aber natürlich kann der kleine auch das. Nämlich Musik aus allen möglichen Quellen wiedergeben.

Wird beispielsweise ein iPod angeschlossen kann der Chumby auf die Musik zugreifen und gibt diese auf seinen kleinen Lautsprechern auch ganz annehmbar wieder. Natürlich darf man keine Bassrekorde erwarten, aber um nebenbei etwas Musik zu hören, sind die kleinen Boxen durchaus geeignet.

Chumby mit ShoutcastDoch nicht nur lokal angeschlossene Wiedergabegeräte werden vom Chumby unterstützt, wir haben es ja hier mit einem Internet-Gerät zu tun. Deswegen unterstützt der Chumby natürlich auch Internet-Radio und gibt dies in guter Qualität wieder.

Beim exzessiven Einsatz von Widgets während der Wiedergabe kann es aber gelegentlich zu Aussetzern kommen.

Fazit

Für all jene, die immer das neueste Gadget auf dem Schreibtisch haben müssen ist der Chumby ein Must-Have. Zudem stellt er auch wirklich nützliche Funktionen zur Verfügung, Newsticker und Emailcheck-Programme kann man sich zwar auch auf dem Desktop anzeigen lassen, aber seien wir ehrlich: der ist meist mit anderen Anwendungen überfrachtet. Da kommt ein Chumby als Zusatzanzeige gerade recht.

Auch als Internet-Radio macht der Chumby eine gute Figur und entlastet den Hauptrechner.

Viel spannender wird es natürlich, wenn der Chumby offiziell in Deutschland verfügbar ist und die deutsche Community Widgets und Anwendungen entwickelt. Mehr Infos zum Chumby gibt es auch bei My-Chumby.de

Ich denke der Chumby hat durch seine Open-Source Ansatz das Zeug zum Verkaufsschlager, auch die bisherige Funktionalität ist durchaus die Investition wert und man kann sich auf neue Funktionen freuen.


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